Das Sterben der Meere


hendrik von Asgard, 15.4.2017 (Ebmatingen)

Sauerstoff (O) ist ein Basiselement des Lebens, ohne das Leben, so wie wir es kennen, nicht existieren kann. Die natürlichen Stoffkreisläufe der Natur sorgen dafür, dass das Gleichgewicht erhalten bleibt. Die übermäßigen CO2 Ausstöße sowie die einseitige Naturausbeutung führen nun dazu, dass sich die Stoffkreisläufe verändern. Mit ihnen verändert sich die Biosphäre und damit die Parameter, die Leben erschaffen. Dies vollzieht sich in langsamen, aber kontinuierlichen Schritten. Selbst wenn wir sofort alles unterlassen, was diesen Prozess antreibt, so würden wir noch über viele Jahrzehnte an den Folgen zu leiden haben. Zudem ist es sehr unwahrscheinlich, dass wir noch einmal zu einem Lebensumdfeld zurückkommen, wie wir es jetzt noch vorfinden! -

Weil gerade Ostern ist, passt die Johannes Offenbarung da ganz gut rein. Diese besagt nämlich, dass die Apokalypse mit dem Sterben der Meere offensichtlich wird. Nachdem die 2. "Schale" ins Meer gegossen wurde, erlosch alles Leben darin. Anstatt einer "Schale" benötigt es Wärme- und CO2 -Einträge, um den Sauerstoff aus dem Wasser zu lösen. Wenn die Wasserstoffatome zu wenig O-Atome haben an die sie binden können, dann wird das Wasser "böse", wie Viktor Schuaberger die daraus hervorgehenden Wassereigenschaften beschreibt. Um sich einen Eindruck vom Zustand des Wassers in den Meeren zu machen, die so unüberschaubar und unendlich groß sind, benötigt man eine geeignete Präferenz, an der man den Zustand des Ganzen, im Kleinen erkennen kann. So eine Präferenz wäre z.B. das Great Barrier Riff an der australischen Küste. Entgegengesetzt der Verlautbarungen, das Riff sei tot, stellte Russel Reichelt, der Chef der australischen Marineparkbehörde fest, dass "nur" 1/4 des Riffs nach 25 Millionen Jahren abgestorben seien.

Im nördlichen Teil des etwa 2300 Km verlaufenden Korallen-Riffs, sind nach Angaben der Meeresbiologen der James-Cook Universität mehr als 90% des Korallenbestandes betroffen! - Paradoxerweise sind Korallen wichtige Sauerstoffproduzenten der Ozeane. Korallen sind Zooxanthellen, - Algen, die sich in der Aussenhaut eines Polypen angesiedelt haben, mit dem sie in Symbiose stehen. Mit Wasser und dem Kohlendioxid, das der Polyp ausscheidet, initiieren sie Photosynthese. Dabei nutzen sie die Energie der Sonnenstrahlen für einen chemischen Prozess, bei dem Sauerstoff und Glukose entstehen.Beide Partner sind aufeinander angewiesen. Nun sterben die Algen ab und das Riff bleicht aus, wodurch eine weitere natürliche O2-Versorgungsquelle ausfällt.

Die hohen Wassertemperaturen sowie die Umweltbelastung werden von Experten als Hauptindikatoren für das weltweite Korallensterben angegeben.

Wie massiv sich bereits geringste O2-Schwankungen auswirken zeigt eine Veröffentlichung der Max-Planck-Gesellschaft (Mikrobiologie) unter dem Titel:

Zeitweiliger Sauerstoffmangel in der Tiefsee mit Langzeitfolgen

 

Periodische Schwankungen im Sauerstoffgehalt des Bodenwassers können den Kohlenstoffspeicher im Meeresboden und seine Bewohner auf Jahrzehnte verändern. Bei Sauerstoffmangel wird  weniger organisches Material abgebaut. Da sauerstoffarme Zonen in den Ozeanen zunehmen, beeinflusst dies die Produktivität der Meere in immer größerem Ausmaß. - 10.2.2017

Die Studie beschäftigt sich insbesondere mit den mikrobiellen Veränderungen in den Meeresböden sowie den Auswirkungen der dadurch veränderten Stoff- kreisläufe und die bewirken aus den Tiefen der Ozeane ganze Kontinente! - 

Ebenso zeigt die Studie, wie lange es nach dem menschlichen Zeitempfinden dauert, bis sich wieder "Normal-Zustände" einstellen können.

Doch seien wir realistisch: Regulation hängt von der Regulationsfähigkeit eines Systems ab! - Die sterbenden Korallenriffe zeigen uns, dass die Ozeane längst aus der Fähigkeit sich selbst zu regulieren ausgebrochen sind und auch der ARD Bericht über aktuelle Sauerstoffmessungen macht deutlich, dass eine Grenze überschritten wurde. Wasser ist überall und so ist das marine O2-Problem auch in Deutschland und ganz Europa angekommen. Im Jahr 2011 sterben im Dortmund-Ems-Kanal große Populationen von Brassen, Barschen und Aalen an Sauerstoffmangel im Wasser. Dieser ist lokal entstanden, da die "biologisch abbaubaren" Stoffe im Lösch-Schaum bei der Brandbekämpfung eines havarierten Tankers, dem Wasser beim Abbau sämtlichen Sauerstoff entzogen hat. Die Fische sind nicht nur erstickt sondern auch gelichzeitig mit den aufgenommen Abbaustoffen vergiftet worden! - Fisch aus Emsland wird für lange Zeit nicht verzehrbar sein und ob sich das Gewässer jemals wieder erholt, bleibt abzuwarten. Bei den Meeren sieht es ebenfalls nicht gut aus, wie eine "Klima-Studie" zum Anteil des gelösten Sauerstoffs in der Wassersäule darlegt.

An der Karte kann man gut die roten Bereiche erkennen, die eigentlich weiß bis leicht bläulich sein sollten. Dort herrscht O2-Mangel. Der Sauerstoffgehalt des Meeres sollte bei ca. 85% liegen und da sind 2% O2-Verlust in den Meeren scheinbar gering, doch der Schein trügt, wie die Forscher der Max Planck Gesellschaft berichtigen. Das Gleichgewicht des Sauerstoffs im Meerwasser wird  aus dem Leben im Wasser reguliert, insbesondere durch Photosynthese, da Sauerstoff nur im Wasser löslich ist. Über die Grenzflächen kommt auch atmosphärischer Sauerstoff ins Wasser und auch hier haben wir einen Rückgang an O2 zu verschmerzen! - Damit tritt der volle Umfang der Bedeutung der sterbenden Riffe ans Tageslicht. Unter Zufuhr von Wärme, beginnt Sauerstoff zusätzlich sich aus dem Wasser zu lösen und die CO2 Einträge ins Wasser fördern das mikrobielle Wachstum,  zu Lasten von O2.

 

Es sieht ganz danach aus, als beobachten wir den Beginn unseres eigenen Niedergangs. Angst und Opportunismus wollen das Problem klein halten, denn was könnte man schon dagegen tun? - Eisendüngung hat nur vereinzelt etwas gebracht und neue Bio-Technologien, wie etwa Rhamnolipide, - bioaktive, zellkonform polarisierte Tenside mit totipotenten Einsatzmöglichkeiten, sowie viele weitere Technologien, werden nicht eingesetzt. Wir stehen hier am Anfang von Veränderungen, die schon bald ihr Licht über die Ereignisse in Wirtschaft und Politik werfen. Vielleicht ist man gut beraten, sich mit Frank Schätzings Roman, "Der Schwarm", zu befassen, denn er hat vor mehr als 10 Jahen schon über die Wirkung sterbender Ozeane  geschrieben. Auch seine Geschichte beginnt in Peru, wo derzeit deutsche Forscher forschen.                                   hvA

Invasion der Feuerwalzen

3.7.2017 (Spektrum der Wissenschaft) Seltsame Gallertschläuche bilden enorme Schwärme vor Nordamerikas Westküste. Die Kolonietiere folgen dem "Blob" einer Warmwasserblase im Pazifik. Bereits im Februar überraschten die leuchtenden Exoten die Biologen und Fischer vor Oregon und Alaska. Im Mai zeigte ein Unterwasservideo der Shimada die Ausbreitung der Geleetiere über weite Teile der Meeresoberfläche und bis in 100 Meter Tiefe. Michael Milstein von der US-amerikanischen Ozean- und Atmosphärenbehörde NOAA fand klare Worte: "Nennt es die Invasion der Feuerwalzen."   Sie lassen mehr Rotalgen und Toxine entstehen, die u.a. den Buckelwalen  zum Verhängnis werden              Mehr Informationen ......


Quelle: BLICK,(CH) Umwelt: Great Barrier Reef Marine-Bericht: Korallenriff schwer angeschlagen, 18.10.2016


Deutsche Forscher in Peru

Den Meeren geht der Sauerstoff aus

Stand: 11.04.2017 15:31 Uhr

Von Michael Stocks, ARD-Studio Rio de Janeiro








Das Südpolarmeer nimmt gewaltige Mengen Kohlenstoff und Wärme aus der Atmosphäre auf und verlangsamt so den Klimawandel. Neuen Messdaten zufolge könnte sich das demnächst ändern.  vom 17.5.2017




Resumè: Was jetzt erkennbar ist, das ist eine Etappe auf einen Weg der kontinuierlichen Degeneration. In vielen Bereichen, wo der Mensch die Natur aus dem normierten Gleichgewicht bringt, kann er dank seiner Technologien, sofern diese verwendet werden, einen Ausgleich schaffen. Was jedoch die großen Natur-Syteme wie die Natur-Kreisläufe betrifft, die gleichsam eine monokausale Basis des Lebens bedeuten, so sind anthropogene Eingriffe (Geo-Enineering) darin wirkungslos, - zumindest regenerative! - 

Was bleibt, ist die Anpassung an die neuen Lebensumstände als Wirkung. Eine ursächliche Intervention zur Veränderung der degenerativen Ursache-Wirkverläufe lässt sich nur erzielen, wenn der Mensch beginnt, anders, naturnah und verantwortlich zu leben. Erst an der Schwelle des Untergangs entsteht die Bewegung zur Veränderung. Auch wenn die Wirkung des Sauerstoff-Rückgangs in den Ozeanen noch nicht wirklich ersichtlich ist, so steht jedoch heute schon eines fest: Die Folgen werden kommen. Vielleicht schaffen es die Menschen in die Veränderung zu kommen, bevor die Folgen die Möglichkeiten sich zu verändern diktieren.


Gift statt Sauerstoff!

Erschreckend auch die Giftbilanz im Fisch welt- weit, - in den USA werden Schwangere vor dem Verzehr von Thunfisch gewarnt, - seit mehr als 10 Jahren ist Nordseefisch mit Methyl-Quecksil- ber kontaminiert.